Dämpfer für die CDU
Sie hat sich dagegengestemmt, doch genutzt hat es nichts: Die CDU hat das Rennen um den Posten des ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Kyllburg verloren – Edeltrud Hilden von der FWG ist künftig erste Vertreterin des Bürgermeisters Bernd Spindler. Ihr zur Seite stehen Josef Wallscheid von der SPD und Uwe Weidenbruch von den Grünen.
Kyllburg. In den seltensten Fällen werden Beigeordneten-Wahlen dem Zufall überlassen. Zahlreiche Gespräche im Vorfeld sorgen in der Regel dafür, dass meist schon vor der konstituierenden Sitzung feststeht, wer künftig neben dem Bürgermeister Platz nehmen wird. Auch vor der ersten Sitzung des neu gewählten Kyllburger Verbandsgemeinde-Rats hatte es Unterredungen zwischen den Fraktionen gegeben – und doch war am Donnerstagabend bei der Zusammenkunft der Ratsmitglieder eine gewisse Anspannung zu bemerken.
Bernhard Klein von der CDU oder Edeltrud Hilden von der FWG? Schon im Vorfeld hatte dieses Duell zu deutlichen Äußerungen aus beiden Lagern geführt (der TV berichtete), Dies setzte sich bei der konstituierenden Sitzung fort. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hermann-Josef Berscheid warf den anderen Fraktionen vor, die CDU bei der Besetzung übergehen zu wollen, obwohl seine Partei vorgeschlagen habe, die Beigeordneten entsprechend der Fraktionsstärke zu besetzen. Joachim Schmitt, Sprecher der FWG, warf der CDU vor, in den vergangenen Jahren oft ignorant mit den anderen Fraktionen umgegangen zu sein. “Der Bürger hat der CDU endlich die Dominanz entzogen”, sagte er, “um dieses Wählervotum zu berücksichtigen, schlage ich Edeltrud Hilden vor!” Eine Nominierung, die schon vor der Sitzung für massive Kritik aus den Reihen der CDU gesorgt hatte. “Ich halte Ihre Kandidatur zwar für legal, aber nicht für legitim”, richtete Thomas Etteldorf (CDU) sich direkt an die Wilsecker Ortsbürgermeisterin. Dass Hilden bei der Kommunalwahl von einem aussichtsreichen Listenplatz dennoch nicht in den Rat gewählt wurde und ihr Ehemann zudem bei der VG-Verwaltung angestellt ist, macht sie für die CDU zu einer ungeeigneten Bewerberin. FWG, SPD, FDP und Grüne sehen dies offenbar nicht so: Mit 14 zu neun Stimmen setzte sich Hilden bei der Wahl durch.
Kandidaten für den zweiten und dritten Beigeordneten nominierte die CDU daraufhin nicht mehr, so dass Josef Wallscheid (SPD) konkurrenzlos zum zweiten Beigeordneten gewählt wurde und sogar die Grünen künftig mit Uwe Weidenbruch einen Beigeordneten stellen können – und das, obwohl sie zum allerersten Mal in den Kyllburger VG-Rat eingezogen sind. “Das passt ja dann hervorragend”, konnte sich Etteldorf am Ende eine sarkastische Bemerkung nicht verkneifen, “dann haben wir jetzt drei Beigeordnete, von denen keiner vom Wähler in den VG-Rat gewählt wurde.”
Quelle: Trierischer Volksfreund – Ausgabe vom 29.08.2009













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