Mehr als nur schwarz an der Spitze
Ein Rat, wie es ihn in der Verbandsgemeinde Bitburg-Land noch nicht gab: Das könnte das Ergebnis der heutigen Beigeordneten-Wahl sein, wenn die Rechnung von SPD, Freien und Grünen aufgeht. Die wollen mit vereinten Kräften der CDU, die nach wie vor stärkste Fraktion ist, den Posten des ersten Beigeordneten streitig machen.
Bitburg. (scho) Im VG-Rat Bitburg-Land ist nach der Kommunalwahl nichts mehr, wie es vorher war. Die CDU-Fraktion hat ihre absolute Mehrheit eingebüßt und hält 13 von 32 Sitzen. Zuletzt hatten die Christdemokraten mit Herbert Mohnen, Josef Biewer und Leo Hülpes alle drei Beigeordneten-Posten besetzt. Auch diesmal erhebt die CDU als stärkste Fraktion den Anspruch, den ersten Beigeordneten zu stellen. “Für uns wird Leo Hülpes kandidieren”, sagt CDU-Chef Matthias François. Ob Hülpes eine Chance hat, hängt vom Bestand des bunten Bündnisses ab, das SPD (zehn Sitze), FWG (sieben Sitze) und Grüne (zwei Sitze) hinter den Kulissen schmieden.
“Wir wollen eine Mehrheit jenseits der CDU hinbekommen”, sagt
SPD-Chef Jürgen Holbach. Und selbstverständlich habe seine Fraktion auch ein Interesse daran, dem ersten SPD-Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Josef Junk, keinen CDU-Mann als ersten Beigeordneten zur Seite zu stellen. Von der CDU sei man auch zu keinen Gesprächen eingeladen geworden. Stattdessen wollen die Sozialdemokraten mit Hilfe von FWG und Grünen SPD-Mann Gerd Zillien zum ersten Beigeordneten machen. Zillien hat 2001 bereits um das Bürgermeisteramt kandidiert und unterlag in der Stichwahl knapp Jürgen Backes (CDU). Anschließend schlug Zillien als SPD-Fraktions-Chef einmal Jürgen Holbach, ein
anderes Mal Monika Fink als zweite Beigeordnete vor – doch ohne Aussicht auf Erfolg. Nun könnte es klappen, wenn die FWG den Genossen die Treue hält. Die Freien sollen deshalb auch von der CDU heiß umworben gewesen sein. Man habe ihnen den Posten des ersten Beigeordneten angeboten, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Was bedeutet hätte, dass sich die CDU mit dem zweiten und dritten Beigeordneten zufrieden gegeben hätte. Doch es scheint, als hätte die FWG ein größeres Interesse an einer Zusammenarbeit mit der SPD, die den Freien die
Zusammenarbeit mit einen Kompromiss schmackhaft macht: Zillien bekleidet die erste Hälfte der Legislaturperiode den Posten des ersten Beigeordneten, FWG-Mann Klaus Schnarrbach den des zweiten und für die zweite Halbzeit wird gewechselt. FWG-Chef Willi Fink will dies nicht bestätigen, sagt aber: “Wir wollen einen neuen Politik-Stil entwickeln. Und das sollte sich auch in der Beigeordneten-Frage ausdrücken.” Für die Grünen sagt Ralf Mayeres: “Wir sind für eine bunte Mischung, erheben aber keinen Anspruch auf einen eigenen Posten.” Den dritten Beigeordneten-Posten will das bunte Bündnis der CDU anbieten, damit die als stärkste Fraktion nicht leer ausgeht. Doch ob die sich damit zufrieden gibt, wird sich zeigen. François gibt sich zu dieser Frage zugeknöpft: “Dazu möchte ich mich nicht äußern.”
Quelle: Trierischer Volksfreund – Ausgabe vom 31.08.2009













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