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Breite Zustimmung für den Mindestlohn

7 Januar 2010

Wer Mindestlöhne will, muss SPD wählen!

Eine neue Umfrage von Infratest Dimap belegt: Eine breite Mehrheit der Deutschen ist für Mindestlöhne. 85 Prozent sprechen sich für die Einführung von Mindestlöhnen aus. Die Mehrheit geht quer durch alle Parteien. Auch 79 Prozent der Anhänger von CDU/CSU und 74 Prozent der Anhänger der FDP befürworten Mindestlöhne.

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Die SPD hat in den vergangenen vier Jahren die Einführung von Mindestlöhnen massiv vorangetrieben. Wir haben gegen großen Widerstand der Union das Arbeitnehmerentsendegesetz reformiert und tarifliche Mindestlöhne in mehreren Branchen zusätzlich ermöglicht.

Warum wir Mindestlöhne wollen

Der Niedriglohnsektor ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Rund 22 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten im Niedriglohnsektor. Rund 2,2 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für Bruttostundenlöhne unter 6 Euro. Rund 1,3 Millionen Menschen erhalten zusätzlich zur Erwerbstätigkeit aufstockendes Arbeitslosengeld II.

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Mindestlöhne sind ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit. Wer den ganzen Tag arbeitet, muss vom erarbeiteten Lohn auch leben können. Das ist eine Frage der Anerkennung guter Leistungen und der Würde der Arbeit. Mindestlöhne sind ein Gebot der ökonomischen Vernunft. Wir brauchen eine starke Binnennachfrage. Mindestlöhne sind ein Gebot des fairen Wettbewerbs. Produktivität und Qualität der Leistung sollen im Wettbewerb entscheiden, nicht Lohndumping und Schmutzkonkurrenz.

Zug um Zug mehr Mindestlöhne – ein Erfolg der SPD

Das Arbeitnehmerentsendegesetz regelt nun die Mindestlöhne für 700.000 Beschäftigte des Baugewerbes. Auf Druck der SPD erhöhte sich die Zahl im weiteren Verlauf auf rund 1,8 Millionen, das Gebäudereinigerhandwerk und die Briefdienstleistungen wurden aufgenommen. Im Jahr 2009 kamen nun sechs neue Branchen mit noch einmal rund 1,2 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hinzu, die wir durch Mindestlöhne über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz schützen können.

In drei Branchen (Bergbauspezialarbeiten, Wäschereidienstleistungen im Objektkundengeschäft, Abfallwirtschaft) hat der Tarifausschuss beim Bundesarbeitsministerium entsprechende Mindestlöhne überwiegend befürwortet. In zwei Branchen (Sicherheitsdienstleistungen und Aus- und Weiterbildung) waren die Meinungen geteilt. Nach dem im Entsendegesetz geregelten Verfahren eröffnet dieses Votum aber der Bundesregierung die Möglichkeit auch in diesen Branchen Mindestlohnverordnungen zu erlassen.

Mindestlöhne in Branchen mit niedriger Tarifbindung

Auf Druck der SPD wurde im Jahr 2009 ebenfalls das reformierte Mindestarbeitsbedingungengesetz beschlossen. Darin ist die Möglichkeit der Festlegung von Mindestlöhnen in Branchen geregelt, in denen die tarifgebundenen Arbeitgeber bundesweit weniger als 50 Prozent der unter den Geltungsbereich aller Tarifverträge fallenden Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen beschäftigen.

3 Kommentare »

  • Ulrich Rura schrieb:

    Hallo ihr lieben,

    natürlich ist dies eine hervorragende Sache wofür sich die sozialdemokrtie einsetzt, Mindestlöhne etc. Die Frage die mich darüber hinaus Interssiert wäre diese, wie die sozialdemokratie mit der arbeitgeberfreundlichen Reform AGENDA 2010 umgeht? Durch diese Reform ist die Altersarmut stark gestiegen, 2,5 Millionen Kinder leben in Altersarmut, Nidriglohnsektor in der fast ein Drittel aller Beschäftigungsverhältnisse ausmachen.
    Gibt es zu mindest eine Aufarbeitung dieser Reform?
    Gibt es in der Partei andere kluge Arbeitsmarktreformen, die auch den Inhalt eines Ausdruckes REFORM beinhaltet?

    Fragen über Fragen. Ich bitte Euch, mir nicht mit dem politischen Getue hätte, sein, sollte zu beantworten, sondern ehrlich mit diesen Problemen des “kleinen Mannes bzw. Frau” unzugehen.

    Liebe Grüße
    Uli Rura, Weinsheim

  • Thomas Treptau schrieb:

    Hallo Uli,

    grundsätzlich wird dir auf diesen Seiten der SPD wohl niemand eine Patentlösung für das von dir geschilderte Problem darstellen können.

    Aber dennoch gehe ich davon aus, das es die “Re-Reform” geben wird. Der Bundesparteitag hat es doch schon im Ansatz gezeigt und beschlossen.
    Der Bundesvorstand hat alle Ortsvereine und Unterbezirke aufgerufen, ihre Erfahrungen zu sammeln.
    Zu Beginn des Jahres 2010 werden die Ergebnisse auf einer Konferenz
    aller Unterbezirke der SPD vorgestellt und einen gemeinsamen Prozess der Modernisierung der SPD und der Stärkung ihrer Kampagnenfähigkeit beginnen.
    Poltische Schlussfolgerungen für die Arbeit der SPD werden auf einem Parteitag 2010 zu beraten sein.

    Es liegt letztendlich nun an uns Genossinnen und Genossen unsere Idee und Vorschläge an den Unterbezirk bzw. Kreisverband weiterzuleiten.

    Gruß

    Thomas Treptau

  • Ulrich Rura schrieb:

    Hallo Thomas,

    ich bin mir sicher das die Genossinnen und Genossen gute Vorschläge haben, die Frage die mich Interssiert wäre, ob diese in den einzelnen Gremien Umgesetzt werden!

    Liebe Grüße

    Uli Rura

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