Freizeitanlage Oberweis erneut in Frage gestellt
Es liegt in der Natur öffentlicher Schwimmbäder, dass sie alles andere als wirtschaftlich sind. Dazu gehört auch das Freibad in Oberweis, dessen jährliches Defizit den Verbandsgemeinderat Bitburg-Land in seiner jüngsten Sitzung wieder beschäftigt hat.
Bitburg. Am meisten wird die Notwendigkeit des Oberweiser Freibads im Winter in Frage gestellt. Nicht weil die Einrichtung dann geschlossen ist, sondern weil die Mitglieder des Verbandsgemeinderats Bitburg-Land dann mit den damit verbundenen Kosten konfrontiert werden. Denn die tauchen in der Haushaltsitzung zwangsläufig auf.
Zwar sei die finanzielle Situation der Freizeitanlage Oberweis im Vergleich zu den Vorjahren etwas günstiger, sagt VG-Bürgermeister Josef Junk (SPD), jedoch weise der Wirtschaftsplan für 2010 einen Jahresverlust von 180 000 Euro aus. Deshalb suche die Verbandsgemeinde gemeinsam mit der Ortsgemeinde Oberweis und dem Pächter des angrenzenden und ebenfalls verbandsgemeindeeigenen Campingplatzes nach einer “tragfähigen und vernünftigen Lösung”. Und es gebe auch bereits Vorschläge, die “verwaltungsintern besprochen und mit den Zuschuss gebenden Stellen abgestimmt werden”, sagt Junk.
“Wir müssen uns irgendwann mit der Frage auseinandersetzen: Können und wollen wir uns ein Schwimmbad Oberweis noch leisten?”, fordert indes Matthias Francois, Fraktionssprecher der CDU. Auch Jürgen Holbach (SPD) stellt eine Frage in den Raum, nämlich die, ob ein Schwimmbad Luxus ist. “Wir brauchen ein grundsätzliches Bekenntnis zum Schwimmbad und dürfen es nicht bei jeder Haushaltssitzung immer wieder in Frage stellen”, sagt der Bettinger Ortsbürgermeister. Schließlich sei Bitburg-Land eine Fremdenverkehrsregion.
Dass es in dieser Region auch unterschiedliche Ansichten innerhalb der Fraktionen geben kann, macht der Rittersdorfer Dieter Lichter, ebenfalls SPD-Ratsmitglied, deutlich. Denn von einem Bekenntnis zum Schwimmbad ist die Auffassung, die er vertritt, weit entfernt. Während die Kosten zu Lasten der gesamten Verbandsgemeinde gingen, bestehe das Einzugsgebiet des Freibads doch nur aus wenigen Gemeinden, gibt Lichter zu bedenken. “Wenn Oberweis zugemacht wird, dann interessiert das höchstens Oberweis, Bettingen und Baustert.”
Quelle: Trierischer Volksfreund – Ausgabe vom 01.02.2010













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