“Es gibt Geschickte und Gesandte”
Roger Lewentz, Parteiratsvorsitzender der SPD Rheinland-Pfalz, kommentiert die Terminankündigung von Julia Klöckner zum Thema Bahnlärm im Mittelrheintal:
“Grundsätzlich ist es gut, dass die Junge Union Frau Klöckner an die Hand nimmt, um ihr die Probleme und die Schönheiten im Mittelrheintal zu zeigen. Aber auch bei diesem Thema stehen die bunten Bilder und die schnellen Schlagzeilen erneut im Vordergrund.”
Roger Lewentz schließt sich der Kritik des Sprechers des Rheingau-Bundes gegen Bahnlärm und langjährigen CDU-Kreisbeigeordneten des Rheingau-Taunus-Kreises, Karl Ottes, an.
Dieser hat Presseankündigungen der JU und von Frau Klöckner öffentlich so beantwortet:
PRESSEMITTEILUNG
Zu den diversen Meldungen verschiedener Presseorgane(so z.B. des Wiesbadener Kuriers (siehe oben) nehme ich für den Rheingau-Bund gegen Bahnlärm wie folgt Stellung:
Schwer zu vermitteln und unverständlich: Politiker-Gespräch über Bahnlärm während der Streckenstillegung im Rheintal
In meiner Funktion als Sprecher des Rheingau-Bundes gegen Bahnlärm begrüße ich sehr, dass sich die CDU-Spitzenkandidatin für das Amt des Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner vor Ort ein Bild von der Situation im Rheintal machen will.
Der stark gestiegene Bahnlärm bewegt bekanntlich seit Jahren zu recht die Gemüter der Bahnanlieger im Rheingau und auch darüber hinaus im gesamten Welterbetal.
Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass die Verantwortlichen für den Besuch der Bundespolitikerin die Terminplanungen so gestaltet hätten, dass Frau Klöckner den Bahnlärm auch hautnah hätte wahrnehmen können.
Es sei, so Karl Ottes, den geplagten Mitbürgern im Rheingau allerdings schwer zu vermitteln, dass die CDU- Spitzenkandidatin nun ausgerechnet dann kommen will, wenn die Bahn die schon lange geplante 6-wöchige Baupause einlegt, die nunmehr bereits am 3.7.2010 beginne (siehe hierzu die o.a. Bekanntmachung der Stadt Rüdesheim sowie diverse Veröffentlichungen der Bahn-AG).
Frau Klöckner hat ihren Besuch und das Gespräch mit den Bürgern aber erst für den 10.07.2010 in Rüdesheim angesagt, also genau zu einem Zeitpunkt an dem kein einziger Zug fährt und dementsprechend auch kein Lärm an der Gütertrasse entsteht.
Karl Ottes ist der Meinung, dass die Verantwortlichen den Bahnlärm, der mittlerweile die Gesundheit und auch durch die Erschütterungen den Gebäudebestand erheblich schädigt, Frau Klöckner realistisch vor Augen führen sollten und nicht während der Bahn-Ruhezeit.
Die angesagte Pause dient ohnehin wieder zur Ertüchtigung der Strecke und dies führt damit wieder zu mehr Verkehr auf der Strecke.
Nur durch konkretes Erleben erkennen die verantwortlichen Politiker in Berlin, so Ottes abschließend, die Dringlichkeit des Handelns zum Schutz der geplagten Bevölkerung im Rheintal. Die Terminierung sei ihm deswegen völlig unverständlich und auch nicht nachvollziehbar.
Roger Lewentz, selbst Bewohner des Mittelrheins und seit vielen Jahren an der Seite der Bahnlärmgegner, bewertet auch diese Terminankündigung als “offenkundig oberflächlichen Politikklamauk”, der die Menschen einfach nur enttäuscht. Entweder wusste Julia Klöckner um die Hintergründe, dann waren ihr diese wohl egal, oder sie lässt sich in solche Termine ohne eine Prüfung schicken.
Lewentz: “So oder so, es gibt in der Politik Geschickte und Gesandte, Frau Klöckner gehört wohl offensichtlich zur zweiten Kategorie.”
















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