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Umweltministerium: Laufzeitverlängerung überflüssig

10 Juli 2010
klimaallianz_327

© Klima-Alllianz

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung dürfte sich bis 2020 verdoppeln. Mit 38,6 Prozent würde der Ökostrom rechnerisch bereits 2021 den Atomstrom überflüssig machen, sagt das Bundesumweltministerium im Entwurf des “Nationalen Aktionsplans für erneuerbare Energie”.

Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass sich bis 2020 der Anteil von Wind- und Wasserkraft, Solarenergie und Biomasse an der Stromerzeugung auf 38,6 Prozent mehr als verdoppelt. Das geht aus dem Entwurf des Bundesumweltministeriums für den “Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energie” hervor. Mit diesen neu veröffentlichten Zahlen würde eine von Schwarz-Gelb geplante Verlängerung der Atomkraftwerklaufzeiten überflüssig sein. Denn nach der momentan geltenden Vereinbarung zum Atomausstieg sollte der letzte Atommeiler etwa 2022 abgeschaltet werden. Auch CDU-Umweltminister Röttgen hatte mehrfach betont, wenn der Öko-Stromanteil auf 40 Prozent steige, werde die Atomenergie nicht mehr gebraucht. Seit Wochen sickert auf verschiedenen Ebenen jedoch durch, dass Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke bereits beschlossene Sache sind.

Klima-Allianz: “Schluss mit den Tricks! Die Energiewende ist machbar!”

Weil sich große Teile der Gesellschaft von der Bundesregierung durch die energiepolitischen Tricksereien zum Narren gehalten fühlen, hat am Dienstag die Klima-Allianz die Kampagne “Schluss mit Tricks” gestartet. Die Klima-Allianz – ein Bündnis aus über 100 Kirchen, Gewerkschaften, Umwelt-, Entwicklungs-, Jugend- und Verbraucherschutzorganisationen – fordert von der Bundesregierung eine ergebnisoffene Diskussion um die künftige Energiepolitik. “Die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung steht mehr denn je auf dem Spiel”, sagte die Klima-Allianz-Koordinatorin Christian Hering. Die Klima-Allianz fordere von der Bundesregierung eine ergebnisoffene Diskussion um die künftige Energiepolitik. Dem breiten Wunsch der Bevölkerung nach einer Energiewende solle endlich Rechnung getragen werden. Entscheidungen dürften nur auf Basis eines schlüssigen Konzepts und nicht aufgrund von Druck aus der Energiewirtschaft getroffen werden. “100 Prozent Erneuerbare bis 2050 sind machbar, wirtschaftlich, sozial und zukunftsfähig”, so Christina Hering.

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