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Leiharbeit: IG Metall will gleichen Lohn erkämpfen

27 August 2010

Erstmals will eine Gewerkschaft bei Tarifverhandlungen für einen branchenweit gleichen Lohn von Leiharbeitern und Stammbeschäftigten kämpfen. Bei der bevorstehenden Tarifrunde in der Stahlbranche sei das Prinzip “Gleiche Arbeit, gleiches Geld” ein “Kernanliegen der IG Metall”, sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard dem “Handelsblatt”.

“Jetzt ist es an der Zeit, dieses Thema konkret anzupacken”, sagte Burkhard. In der Stahlindustrie habe die IG Metall eine “Organisationsmacht, um das auch durchzusetzen”. Von den 85.000 Beschäftigten in der westdeutschen Stahlindustrie sind laut IG Metall 77.000 Mitglied in der Gewerkschaft, darunter auch Zeitarbeiter. Insgesamt beschäftigt die westdeutsche Stahlindustrie rund 3000 Leiharbeiter.

Gewerkschaften: “Wir wollen ein starkes Signal setzen”

Die geplante Leiharbeiter-Regelung in einem Tarifvertrag wäre eine bundesweite Premiere. Sie würde erstmals sämtliche Firmen einer Branche verpflichten, ihren Leiharbeitskräften eine Entlohnung zu garantieren, die über bestehende Zeitarbeiter-Tarifverträge hinausgeht. “Wir wollen damit ein starkes Signal setzen, das durchaus auch über Branchengrenzen hinaus wirken soll”, sagte Burkhard dem “Handelsblatt”.

Auch die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie müssten wissen, dass die Gewerkschaft eine Lohnkonkurrenz zulasten von Stammbeschäftigten nicht auf Dauer tolerieren werde. In der Branche würden manche Firmen bereits “den gesamten Aufschwung allein über billige Leiharbeit” abdecken, kritisierte Burkhard.

Kampf gegen ausufernde Leiharbeit ist “das Thema”

Die IG Metall hatte in den 80er Jahren bereits den Einstieg in die 35-Stunden-Woche erkämpft. Heute sei der Kampf gegen die ausufernde Leiharbeit “das Thema”, sagte Burkhards Sprecher Wolfgang Nettelstroth. Den Arbeitgebern gehe es nicht mehr nur um Flexibilität, sie wollten dauerhaft eine zweite Lohnlinie etablieren. Die IG Metall wolle diese Entwicklung stoppen und so auch “jungen Menschen mehr Sicherheit geben”.

“Zentrales Thema” der Stahl-Tarifverhandlungen, die am 6. September in Gelsenkirchen beginnen, sei die Forderung nach mehr Lohn, wie Nettelstroth sagte. Von den zunehmenden Profiten der Stahlunternehmen müssten auch die Beschäftigten profitieren. Sie hätten in der Krise Lohnabschläge von bis zu 30 Prozent hingenommen. Wie hoch die Forderung der IG Metall sein wird, will sie am Freitag bekannt geben. 2009 hatte sie 4,5 Prozent mehr Lohn gefordert und zwei Prozent mehr erreicht. “Jetzt sollten wir im Ergebnis drüber liegen”, sagte Nettelstroth.

Quelle: T-Online vom 27.08.2010

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